Erlebnisrundfahrten im alten Berliner Cabrio Doppeldecker

KaiserBusPlan


Erlebnisrundfahrten im alten Berliner Cabrio Doppeldecker

Der Bus verbindet im Stundentakt samstags und sonntags zwischen 11 und 17 Uhr Kanzlers Weide – hier gibt es 2.000 Parkplätze kostenlos – mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Er hält auf der Rückfahrt auch am Mindener ZOB, damit auch die Möglichkeit gegeben wird, die Mindener Innenstadt und ihre Sehenswürdigkeiten fußläufig zu erkunden. Der Bus hat 84 Sitzplätze.

(a) Die Schiffmühle
Die Rekonstruktion einer Schiffmühle aus dem 18. Jahrhundert sehen Sie auf der rechten Seite auf der Weser liegen. Von Kanzlersweide aus ist das schwimmende über die Glacisbrücke zu erreichen. Ehrenamtliche Schiffmüller erläutern die Mahltechnik und die Geschichte der Schiffmühlen. Im Biergarten der Schiffmühle oder auf dieser Weserseite in der Strandbar am Weserstrand können Sie den Sportpark Weser, die Weser selbst und den Grüngürtel genießen, der sich rund um die Innenstadt zieht und Glacis heißt. Es ist das ehemalige freie Schussfeld der Festung Minden, das Ende des 19. Jahrhunderts nach Aufforstung der Aufforstung entstanden ist.

(b) Die Weserfurt
Wenige Meter von der Stelle, an der gerade der KaiserWilhelmBus steht, liegt die Weserfurt. Diese im frühen Mittelalter sehr schmale und nur wenig tiefe Querungsmöglichkeit des Flusses Weser ist der Grund, warum hier schon im dritten Jahrhundert die ersten Menschen siedelten. Hier konnten sie verhältnismäßig leicht den Fluss mit Pferd und Wagen durchqueren.

(c) Myn & dyn – die Gründung der Stadt
Fast sechs Jahrhunderte sollten vergehen, bis die Siedlung an der Weser einen Namen erhielt. Sachsenherzog Widukind, der hier in einer Burg residierte, war im Jahr 798 nach vielen Schlachten gegen Karl den Großen kriegsmüde und auf der Flucht. Karl setzte alles daran, die Sachsen zu christianisieren, bislang aber ohne Erfolg. Widukind ritt abgeschlagen im Wiehengebirge, er hatte Durst. Sein Pferd schaffte es kaum, voranzukommen. Als es an einer Stelle in den Boden trat, entsprang plötzlich eine Quelle. Widukind und das Pferd konnten sich am frischen Wasser stärken. Und der Sachsenherzog betrachtete es als ein Zeichen, sich zum Christentum zu bekennen. Als es wenig später zu einem Zusammentreffen von Widukind und Karl dem Großen kam, übergab der Sachse seine Burg dem Kaiser mit den Worten: „Disse Borch schall nun myn un dyn sein.“ Aus myn und dyn wurde Minden. Soweit die Legende.

Gesichert ist, dass Karl 798 eine Reichsversammlung in der Siedlung an der Weser abhielt. In den Reichsannalen stand wenig später geschrieben, die Versammlung habe in „Minda“ stattgefunden. Die Stadt Minden war geboren, zwei Jahre später wurde sie Bistumssitz und die erste Kirche wurde gebaut.

(d) Die Porta Westfalica
Vor Ihnen liegt die Porta Westfalica. Hier durchbricht die Weser das Wiehengebirge und das Wesergebirge und fließt in Richtung Norden in die Norddeutsche Tiefebene. Seit dem Jahr 2006 ist die Westfälische Pforte als Nationales Geotop ausgewiesen.

Der Sage nach quälte der Teufel in uralten Zeiten die Bewohner des Wesertales, denn sie wollten ihm nicht dienen. Das schleppte er riesige Steine an die Stelle, wo heute das Wiehen- und Wesergebirge sind. Der Fluss schwoll an fast bis zur Bergkrone, wohin sich die Menschen gerettet hatten. Doch die Flut stieg immer höher, immer mehr waren die armen Menschen in Not. Aber sie wollten immer noch nicht dem Teufel dienen und flehten Gott an, ihnen zu helfen. Da zog plötzlich ein starkes Gewitter auf und ein Blitz spaltete das Gebirge und bildete eine Schlucht, durch die das Wasser abfließen konnte. Die Porta Westfalica war entstanden. Nach Ansicht der Geologen aber hatten vor allem die Eiszeiten großen Einfluss auf den Verlauf der Weser. Die Gletscher, die von Norden her heranrückten, zwangen die Weser mehrmals, ihren Verlauf zu ändern. Zeitweise bildeten sich vor dem Gebirge große Stauseen, weil die Abflüsse durch das Gletschereis versperrt waren. Gegen Ende der Eiszeit hatte sich an dieser Stelle der tiefste Überlauf gebildet und die Weser schnitt sich schließlich ihr tiefstes Tal durch den Höhenzug.

Rechts, auf dem Osthang des Wittekindsberges, dem östlichsten Berg des Wiehengebirges, steht Ihr nächstes Ziel - das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Gegenüber auf dem Jakobsberg, dem westlichsten Berg des Wesergebirges, befindet sich der Fernmeldeturm Jakobsberg mit seiner Aussichtsplattform.

(e) Der Kriegsstollen
Auf der linken Seite liegt ein Stollenzugang. Hier – und auf der anderen Seite im Wittekindsberg - entstanden während des Zweiten Weltkrieges in alten Bergmannsstollen auf Initiative der Nationalsozialisten Verlagerungen der deutschen Industrie. In den Stollen sollten Produktionsräume geschaffen werden, die die kriegswichtige Industrie besser vor alliierten Bombenangriffen schützen sollten.

Ein großer Teil der körperlich schweren Ausbauarbeiten wurde von KZ-Häftlingen erledigt. In den Dörfern der Umgebung der Porta Westfalica wurden mehrere Außenlager des in der Nähe von Hamburg liegenden Konzentrationslagers Neuengamme angelegt. Hier im Jakobsberg befand sich die größte Produktionsfläche. Sie wurde aber bis Kriegsende nicht mehr fertiggestellt.

(f) Der Kaiserhof
Wenn Sie jetzt über die Weserbrücke fahren, dann sehen Sie vor sich den Kaiserhof und hoch oben auf dem Wittekindsberg das Kaiser-Wilhelm-Denkmal mit der gerade wiedererrichteten Ringterrasse.

Das Hotel Kaiserhof war einst ein Hotel der gehobenen Klasse im heutigen Portaner Stadtteil Barkhausen. Seine Geschichte ist eng mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal verbunden. Das Hotel wurde 1896 eröffnet und steht inzwischen unter Denkmalschutz. Bei einem Brand im Jahr 2011 wurden weite Teile des Gebäudes zerstört, inzwischen aber wieder aufgebaut.

Wenig rühmlich war die Geschichte des Hotels während des Zweiten Weltkrieges. Im angegliederten Festsaal des Hotels entstand das erste Außenlager des KZ Neuengamme. Zunächst wurden dort 250 Häftlinge aus dem KZ Buchenwald interniert. Später waren es rund 1500 Häftlinge aus 17 Nationen, die hier unter unmenschlichen Bedingungen lebten. Sie arbeiteten hauptsächlich in den unterirdischen Produktionsstätten für die Rüstungsindustrie im Jakobsberg. Das Lager wurde am 1. April 1945 aufgegeben.

(2) Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Im Juli 2018 wurde der „neue Kaiser“ nach gut eineinhalb Jahren Bauzeit und Investitionen von mehr als 16 Millionen Euro wiedereröffnet. Denn gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hatten die alliierten Truppen die Kriegsstollen unterhalb des Denkmals gesprengt. Dabei wurde unbeabsichtigt die alte Terrassenanlage teilweise zerstört, die jetzt wiedererrichtet wurde.

Das 88 Meter hohe Kaiser-Wilhelm-Denkmal selbst, das zwischen 1892 und 1896 errichtet wurde, ist das Wahrzeichen schlechthin in der Region.

Nach dem Tod von Kaiser Wilhelm I. wurden an vielen Orten in Preußen Kaiser-Wilhelm-Denkmäler in Auftrag gegeben. Der Bau des Portaner Denkmals erfolgte im Auftrag des Landtags der Provinz Westfalen. Doch zunächst war dieser Standort nicht sicher. Als Alternativstandort war die Hohensyburg bei Dortmund diskutiert worden.

Als Bildhauer für die Bronzefigur Wilhelm I., der mit erhobener Hand seine Untertanen segnet, wurde der aus Herzebrock stammende Caspar von Zumbusch gewonnen. Für die architektonische Gestaltung schrieb die Provinz einen Architektenwettbewerb aus, zu dem 58 Entwürfe eingingen. Den Zuschlag erhielt der junge Berliner Architekten Bruno Schmitz, der ein Jahr zuvor schon den Wettbewerb für das Kyffhäuser-Denkmal gewonnen hatte und später auch das Denkmal am Deutschen Eck in Koblenz und das Leipziger Völkerschlachtdenkmal gestaltet hat.

Die Vorbereitungen zum Bau begannen im Sommer 1892. Die Baukosten für das gesamte Denkmal inklusive Landerwerb und Zufahrtsstraße wurden mit rund 800.000 Goldmark veranschlagt; am Ende kostete es 833.000 Goldmark. Manche sprechen sogar von einer Million Goldmark. Würde man den Wert der Goldmark auf Basis der heutigen Kaufkraft berechnen, entspräche das fast zehn Millionen Euro.

Dabei sind die baulichen Eckdaten, die das Denkmal aufzuweisen hat, gewaltig. Es wurden rund 13.000 Kubikmeter Mauerwerk ausgeführt und 3.000 Meter Treppenstufen verlegt.

Am 18. Oktober 1896 wurde das Denkmal im Beisein von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria eingeweiht, an der rund 20.000 Menschen teilnahmen.

In der neuen Ringterrasse des Denkmals können Sie sich über die Geschichte Preußens, des Denkmals und über andere Monumente informieren. In der Gastronomie „Wilhelm 1896“ können Sie sich entspannen und den herrlichen Ausblick auf das Wesertal genießen. Außerdem gibt es einen kleinen Gastronomie-Pavillon unterhalb des Kaiser-Wilhelm- Denkmals.

(g) Minden erleben
Nun erreichen Sie in Kürze wieder Minden. Dort haben Sie die Möglichkeit durch die Oberund Unterstadt zu bummeln und die wechselvolle Geschichte der ehemaligen Hansestadt zu erleben. Dort stoßen Sie auf die stolzen und repräsentativen Kaufmanns- und Adelshäuser aus dem 16. Jahrhundert, die ein eindrucksvolles Bild vom Selbstbewusstsein und Reichtum dieser Epoche vermitteln.

Weithin sichtbar ist der Mindener Dom. Die mehr als 1000 Jahre alte Basilika, in der der romanische und gotische Baustil harmonisch vereint sind, gilt als die schönste Hallenkirche Deutschlands, deren Besichtigung Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Dort sehen Sie auch das berühmte Mindener Kreuz, dessen Original in der Domschatzkammer ausgestellt. Der Domschatz Minden befindet sich nur wenige Meter vom Dom entfernt. Gleich in der Nähe steht auch das historische Rathaus mit dem ältesten Laubengang in Westfalen, das auf das Jahr 1260 zurückgeht.

Lebendige Geschäftsstraßen wechseln sich in der Innenstadt ab mit stillen Gassen und weiten Plätzen. Romanik, Gotik, Weserrenaissance, Klassizismus und Historismus prägen das Stadtbild und verleihen ihm seinen unverwechselbaren Charme. Hier können Sie für ein paar Stunden den Alltag vergessen und sich ein wenig verzaubern lassen.

(h) Der Botta-Bau
Bevor Sie gleich den Zentralen Omnibusbahnhof erreichen, von dem aus Sie die Innenstadt erschließen können, blicken Sie auf der linken Seite auf ein ganz besonderes Gebäude. Das weltweit tätige Elektronikunternehmen Harting aus Espelkamp hat hier in Minden auf einem Teil der ehemaligen Simeonskaserne sein ausgefallenes Vertriebszentrum errichtet, das kurz Botta-Bau genannt wird. Der Schweizer Stararchitekt Mario Botta hat das Gebäude bei einem Treffen mit der Familie Harting auf einer weißen Tischdecke entworfen. Aus seiner Feder stammen auch das Museum of modern Art in San Francisco oder die aufsehenerregende Kathedrale der Auferstehung im französischen Evry. Mario Botta hat bei diesem Bau die Strukturen der ehemaligen Kasernenanlage und der Stadtbefestigung aufgenommen.

(i) Die Defensionskaserne
Unweit des Botta-Baus liegt hinter dem weiten Simeonsplatz, einem ehemaligen Exerzierplatz, die sogenannte Defensionskaserne. Die Kaserne wurde 1829 errichtet, als eines der letzten Gebäude der preußischen Festung Minden, die 1873 aufgehoben wurde. In dem langgestreckten Gebäude wird die neue Ausstellung des Preußen-Museums eingerichtet, die in engem Zusammenhang mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal steht.

(3) ZOB Minden
Von hier aus können Sie den Mindener Dom, die Schatzkammer, den Marktplatz und die malerische Altstadt mit dem Mindener Museum in wenigen Minuten erreichen. Über die Fußgängerbrücke (ab 23.07 wieder geöffnet) sind Sie in wenigen Minuten wieder am Parkplatz Kanzlers Weide.

(j) Das Stadttheater
Wenn Sie jetzt am Busbahnhof mit dem KaiserWilhelmBus weiterfahren, dann sehen Sie gleich auf der linken Seite das Stadttheater Minden. 1908 wurde es eröffnet und wird heute vor allem als Spielstätte für Tourneetheater und als Konzertsaal für die Nordwestdeutsche Philharmonie genutzt. Deutschlandweit wird das Augenmerk auf das Theater gerichtet, wenn in Minden eine Wagner-Oper inszeniert wird. Aktuell wird jedes Jahr eine Oper aus Wagners Ring aufgeführt. Initiiert vom Wagner-Verband Minden mit internationalen Künstlern, die auf hohe Gagen verzichten und meist bei Privatleuten wohnen, um beim Mindener Wagner dabei zu sein. Bundesweit große Aufmerksamkeit bekommen zudem die Produktionen, die das Stadttheater Minden mit heimischen Schulen und auch Flüchtlingskindern macht

(k) Das Denkmal des Großen Kurfürsten
Das Denkmal am Wesertor an dem früher die Furt über die Weser ging, zeigt Friedrich Wilhelm von Brandenburg, Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches und Herzog in Preußen, der ab 1675 den Beinamen „der Große Kurfürst“ trug. Es erinnert an die Angliederung des Hochstifts Minden an Brandenburg-Preußen im Jahre 1648 im Rahmen des Westfälischen Friedens.

(l) Die Fischerstadt
Gleich endet die Fahrt auf der Kaiserroute an der Haltestelle Kanzlersweide. Wenn Sie nun die Weser queren, sehen Sie auf linken Seite die Fischerstadt. Sie ist eine mittelalterliche Vorstadt des 12. Jahrhunderts. Feuersbrünste zerstörten über die Jahrhunderte dieses Kleinod immer wieder. Viele der Häuser der Fischerstadt gehen daher auf das 15. und 16. Jahrhundert zurück.
In der Fischerstadt lebten zunächst recht wohlhabende Bürger. Sie gingen dem Fischfang nach oder waren als Schiffmüller tätig.

Wir danken Ihnen, dass Sie mit uns die Kaiserroute gefahren sind. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Minden – der historischen Stadt voller Leben.

Hier können Sie sich den Fahrplan downloaden

© Hans-Jürgen Amtage - KaiserWilhelmBus: Highlights der Kaiserroute

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