Handwerk & geistliches Leben im Bannkreis der Domburg (7.-10. Jh.)

altFür Karl den Großen, der in einem von 772 bis 804 dauernden Krieg das Siedlungsgebiet der Sachsen dem fränkischen Reich einverleiben wollte, stellte der Weserübergang bei Minden einen strategisch höchst wichtigen Ort dar, um in das Land der Sach-sen vorzudringen. Schon vor Beendigung des Sachsenkrieges (804) bestimmte der Frankenkönig Minden als Zentrum für die Christianisierung der noch heidnischen Sachsen. Dabei wurde er von der Lagegunst der Weserstadt, den militärischen und kirchlichen Gesichtspunkten geleitet. Er gründete 790 ein Bistum und bestellte den Fuldaer Mönch Erkanbert zum ersten Bischof Mindens, dieser war nun für die Mission zwischen Weser und Leine zuständig. Namentlich erstmalig erwähnt wird Minden im Jahre 798 anlässlich einer Reichsversammlung Karls des Großen in Minda.
843 wurde das fränkische Großreich Karls aufgeteilt und nach 76 Jahren der Anarchie bestieg ein sächsisches Geschlecht den Thron des Ostreiches.
Die Ottonen taten sich besonders durch die Förderung von Marktorten hervor, aus welchen sich fast alle deutschen Städte entwickelten. In Minden begann dieser Prozess schon 977 mit der Verleihung des Zoll-, Münz- und Marktprivilegs durch Kaiser Otto II., was die Niederlassung von Kaufleuten im Umfeld der Domfreiheit begünstigte.
Schon bald entwickelte sich um die Domburg herum eine stadtähnliche Ansiedlung, deren Bewohner aus hörigen, im Dienst des Bischof und seiner Dienstmänner stehenden Handwerkern sowie Fern-handelskaufleuten bestanden.
altBeherrscht wurde die aufstrebende Marktsiedlung durch die Domburg. In der Domfreiheit befanden sich Domkloster, Domherrenkurien, die Ministerialenkurien und seit Mitte des 12. Jh.s wahrscheinlich auch der Hof des Wichgrafen, des bischöflichen Stadtverwalters. Die Grenze zw. dem Immunitätsbezirk des Domes und der Stadt war der Stadtbach.
Um den Nachfolgebau des Domes von Bischof Erkanbert wird die Zeit der fränkischen Eroberung und der frühen Siedlung Minda wieder zum Leben erweckt. Hier begegnet Ihnen aus der Zeit der fränkischen Eroberung ein Krieger Karl des Großen, aus der Zeit der ottonischen Herrscher, eine Stiftsfrau und ihr Gefolge sowie hörige Handwerker und andere Bewohner der frühen Marktsiedlung vom 9. bis frühen 11. Jh.

© Rainer Kasties M.A.

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