Eine dunkle Zeit - Minden im 30-jährigen Krieg (1618-1648)

altDie „Reformation“ Anfang des 16. Jh.s hatte in ganz Europa eine Lawine von Umwälzungen und Veränderungen ausgelöst. Allerdings hatten viele ihre ganz eigene Interpretation von "Reformation" und nicht wenige, ganz unchristlich, nur ihren Vorteil im Auge.
Im Augsburger Religionsfrieden 1555 kam es zu einem Ausgleich zwischen Katholiken und Protestanten gekommen. Letzteren wurde das Bekenntnis zum lutherischen Glauben zugestanden und die protestantischen Landesherren triumphierten über das Reich. Deren Anliegen war allerdings weniger die Kirchenreform als der Ausbau ihrer Landesherrschaften.
altDer Frieden war labil und 1618 brachen die Gegensätze umso heftiger auf. Der sog. „Deutsche Krieg“ fällt in die finsterste Epoche der dt. Geschichte. Es war die Zeit der Hexenverfolgungen, der Seuchen und Hungersnöte, der Inquisition und – trotz „Reformation“ – die Zeit der größten sozialen Ungerechtigkeit. Dreißig Jahre lang tobte ein Krieg, der Menschen und Überzeugungen fraß.
Minden - dessen Fürstbischof der protestantisch ge-sonnene Hz. Christian von Braunschweig-Lüneburg war - erreichte der Krieg Mitte 1625. Nach kurzer Belagerung durch den kaiserlichen General Tilly wurde die Stadt am 9. Juni eingenommen und blieb neun Jahre unter katholischer Besetzung.
Im November 1634 erschienen schwedische Truppen unter dem Kommando des Welfenherzogs Georg von Braunschweig-Calenberg vor Minden nahmen die Stadt ein.
Zwar bestätigte die schwedische Königin Christina den Mindenern die, ihnen so wichtige politische Souveränität. Dennoch waren die direkten Folgen der Belagerung, die damit verbundene Handelsblockade und die Zerstörungen in der Stadt langfristig sehr zum Schaden der ehemals wohlhabenden Kaufmannsstadt. Die Einquartierungen, Kriegssteuern und -lieferungen und - als indirekte Folge des Krieges, der Zusammenbruch der europäischen Märkte - belasteten das Wirtschaftsleben Mindens so stark, dass sich die Stadt nie wieder von Krieg und Besetzung erholte. Die Oberschicht verließ die Stadt und noch hundert Jahre nach Kriegsende lag die Einwohnerzahl unter jener der Vorkriegsjahre.
altNach dem Ende des Krieges fiel Minden 1648 an das Fürstentum Brandenburg-Preußen und die ehemalige Bischofs- und Handelsstadt wurde zu einer preußischen Festung und Garnisonsstadt umgebaut.
Im Grüngürtel des Mindener Glacis, des ehemaligen Festungsring, treffen Sie auf die Gruppe Hortus Bellicus. Gewinnen Sie einen Einblick in den Alltag der Leben der Söldner im „Deutschen Krieg“. Erleben Sie historische Schießvorführungen und das Waffenzelt von Armin König mit Ausrüstung und Bewaffnung verschiedener Epochen.

© Rainer Kasties M.A.

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