Kultursommerbühne 2010

Klassik open air auch 2010 „very british“

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Nach der äusserst positiven Resonanz auf das Klassik open air Konzert im Stile der „Last Night of the Proms“ im Jubiläumsjahr 2009 präsentieren die Sparkasse Minden-Lübbecke und WAGO auch in diesem Jahr wieder ein Klassik-Konzert der besonderen Art. Die Minden Marketing GmbH (MMG) veranstaltet diese „2nd Minden night“ mit dem Untertitel „Same procedure as last year“ am Freitag, den 27. August vor der his-torischen Kulisse des 1200-jährigen Doms. Mit von der Partie wie im Vorjahr die Nordwestdeutschen Philharmonie, dieses Mal dirigiert vom neuen Chefdirigenten des Orchesters, dem erst 27-jährigen Eugene Tzigane.

„Mit dem Mindener Jubiläumskonzert 2009 haben wir erstmals den Gedanken der „Last night of the proms“ nach Minden übertragen“, erläutert MMG-Geschäftsführer Dr. Jörg-Friedrich Sander, „auf vielfachen Wunsch soll 2010 daran angeknüpft werden. Mit diesem Musikformat möchte die MMG dem Publikum nicht nur ein hochkarätiges Musikprogramm mit der Nordwestdeutschen Philharmonie bieten, sondern dem Publikum im Finale wie im Vorjahr auch die Möglichkeit geben, selbst mitzumachen und begeistert einzustimmen“. Schon 2009 habe das Publikum eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass das ostwestfälische Temperament dem der Londoner Promers in nichts nachstehe. 2010 gelte es, weitere Mindenspezifische Musikbeiträge zu in-tegrieren und über kurz oder lang ein spezielles Konzertformat zu entwickeln mit dem auch Minden gefeiert werde. Bereits im Vorjahr wurden in einem Konzertteil die Stadtgründer Mindens musikalisch geehrt und das Publikum stimmte im Finale freudig und begeistert in das Konzertgeschehen auf dem Kleinen Domhof ein.
Die Förderer und Veranstalter des Klassik open air Konzertes möchten mit dem Kon-zertkonzept der „Minden night“ nicht nur die ursprüngliche Idee des Londoner Formates aufgreifen, sondern besonders auch Menschen ansprechen, die sich sonst wenig für klassische Musik interessieren. Dieses war auch eine Intention bei der Einführung der Londoner Proms, bei denen auch heute noch traditionell keine Kleiderordnung herrscht.

Konzertprogramm mit Verdi, Strauss und mehr
Wie auch bei der Londoner Last night in London beginnt das Mindener Konzert mit einem besonderen Konzertrepertoire. Italienische Komponisten und Johann Strauss stehen dabei im Mittelpunkt des Konzertes vor dem Dom. Die Sopranistin Antonia Bourvé singt einen musikalischen Querschnitt durch die „Fledermaus“ sowie die Arien
Minden, 29.03.2010 “Quel guardo il cavaliere” aus “Don Pasquale” von Gaetano Donizetti und “Bel raggio lusinghier”. aus Gioacchino Rossinis “Semiramide”. Weiterhin stehen die Ouvertüren aus Verdis „Nabucco“ und die „Sinfonia“ aus „Luisa Miller“ auf dem Programm.

Last night-Musikprogramm in Minden aufgegriffen
Auch vom Musikprogramm will man in Minden nicht hinter dem Original zurückstehen. Denn das bei der „Last Night of the Proms“ in Großbritannien gespielte Programm hat Kultcharakter. Wie an der Themse wird auch an der Weser in der zweiten Hälfte des Konzertes eine Reihe von patriotischen Werken aufgeführt. Dazu zählen unter anderem Hubert Parrys Vertonung von William Blakes Gedicht „Jerusalem“, Edward Elgars „Pomp and Circumstance March Nr. 1 (Land of Hope and Glory)“ und „Rule, Britannia!“. Bei den letzteren beiden Stücken ist es Tradition, dass das Publikum mitsingt und teilweise Union-Jack-Fähnchen schwingt und ebensolche Hüte trägt.

Neuer NWD-Chefdirigent am Pult
Die Nordwestdeutsche Philharmonie in Herford bekommt mit Eugene Tzigane, gerade mal 27 Jahre alt, einen neuen Chefdirigenten. Er tritt so die Nachfolge des Letten Andris Nelsons an, der seit 2006 Leiter des Orchesters war.
Der amerikanische Dirigent, geboren in Tokio, aufgewachsen in Kalifornien/USA gewann den 8. Internationalen Fitelberg Wettbewerb (Kattowitz/Polen) sowie den zweiten Platz beim 4. Internationalen Sir Georg Solti Wettbewerb (Frankfurt a.M.) und dem 4. Internationalen Lovro von Matačić Wettbewerb (Zagreb/Kroatien). Nach mehreren Engagements in Polen, wurde er auf seinen Sieg beim Solti Dirigier-Wettbewerb hin von mehreren deutschen Orchestern eingeladen. Im Jahr 2009 gab Tzigane sein Debut an der Bayerischen Staatsoper in einer Neuproduktion von "Cosí fan tutte". Er lernte in der Saison 2007/2008 als Dirigent bei Alan Gilbert und der Royal Stockholm Philharmonic und absolvierte Meisterkurse bei Jorma Panula, Da-niel Harding, and Jukka-Pekka Saraste. Tzigane hat einen Master-Abschluss Juilliard School im Fach Orchesterdirigieren, wo er mit James DePreist studierte und war Stipendiat der Bruno Walter Memorial Stiftung. Sein Studium führte er bei Jorma Panula am Royal College of Music in Stockholm zu Ende und erhielt dort Förderung durch die Franz Berwald Memorial Stiftung.

Sopranistin Antonia Bourvé bei der Minden night
Die in Heidelberg geborene Sopranistin Antonia Bourvé studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe Opern- und Liedgesang bei Stephan Kohlenberg und Felicitas Strack. Außerdem nahm sie an Meisterkursen u.a. von Brigitte Fass-baender und Anna Reynolds teil. 2006 schloss sie dieses Studium mit Auszeichnung ab und war anschließend in der Liedklasse bei Mitsuko Shirai und Hartmut Höll. Bereits während ihrer Ausbildung trat Antonia Bourvé im Konzerthaus Karlsruhe als Pamina in der "Zauberflöte" und als Fiordiligi in "Cosi fan tutte" auf. 2004 debütierte sie bei den Herbert-von-Karajan-Pfingstfestspielen in Baden-Baden als Gräfin Ceprano in Verdis "Rigoletto" unter der Leitung von Thomas Hengelbrock. Dem folgten zahlreiche Auftritte u.a. in Nürnberg, Aachen und bei zahlreichen namhaften Festivals. Außerdem konzertiert sie regelmäßig mit namhaften Orchestern, beispielsweise den Nürnberger Symphonikern, dem Balthasar-Neumann- Ensemble und dem WDR-Rundfunkorchester.

Sie war 2005 Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes und gewann 2006 beim Wettbewerb Operngesang des Kulturfonds Baden den 1. Preis. Beim Deutschen Musikwettbewerb 2007 erhielt sie ein Stipendium des Deutschen Musikrates und wurde daraufhin in dessen Künstlerliste und die 52. Bundesauswahl Konzerte Junger Künst-ler aufgenommen.

Die Nordwestdeutsche Philharmonie
Unverzichtbarer Bestandteil des Konzertlebens in Ostwestfalen-Lippe und attraktiver Kulturbotschafter der Region über die Grenzen Europas hinaus – diesen beiden Ansprüchen wird die Nordwestdeutsche Philharmonie in vorbildlicher Weise gerecht. 1950 zunächst als Städtebundorchester in Nordrhein-Westfalen gegründet, gibt das Orchester heute den größten Teil der jährlich 120 Konzerte im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands.
Erfolgreiche Tourneen führen die Nordwestdeutsche Philharmonie regelmäßig ins benachbarte europäische Ausland. Neben Dänemark, Österreich, Holland, Italien, Frankreich, und Spanien sorgte das Orchester auch in Japan und den USA für volle Konzertsäle.

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